Januar
2012
W 194 FG 02 komplett restauriert
und wieder der Öffentlichkeit vorgestellt
(wm/Daimler AG) Ein besonderes
Schmankerl bekamen die Besucher der Detroit Motor Show zu Jahresbeginn
präsentiert: Den "Methusalem" (MVC Newsletter), den ältesten
erhaltenen Mercedes-Benz 300 SL, bis auf die letzte Schraube aufpoliert
und restauriert - und rechtzeitig zu seinem 60. Jubiläum. Der W 194
mit der Fahrgestell-Endziffer "2" (Nr. 1 existiert leider nicht mehr) ist
seit jeher im Werksbesitz und wurde, auch schon in den 50er-Jahren, als
Trainings-, Reserve- und Präsentationsfahrzeug verwendet. Den Streß
eines echten Rennens mußte der Wagen nie durchmachen, entsprechend
unversehrt blieb die Substanz. Vor der Restaurierung, die neun Monate vom
Frühjahr bis Ende 2011 benötigte, wurde der SL bis auf die letzte
Schraube zerlegt, geprüft und defekte Teile ersetzt. Eine Menge Sonderanfertigungen
waren vonnöten, da besonders die ersten beiden Versionen des 52er
W 194 - zunächst noch in der Untertürkheimer Rennabteilung -
in reiner Handarbeit entstanden und man die so gebauten Wagen mit Fug und
Recht als Unikate bezeichnen konnte. "Von der Stange" kamen nur die vom
300 stammenden Basismotoren des Typs M 186. Erst die Sindelfinger Fertigung
ab Fahrgestellnummer 3 konnte etwas rationeller gestaltet werden.
Bei der Restaurierung ging
es nicht darum, ein absolut makelloses und neuwertiges Auto zu erstellen,
Alterspatina war erwünscht, Originalteile blieben, wo immer möglich,
erhalten, und zu ersetzende Teile mußten möglichst originalgetreu
gefertigt werden. Die neue Lackierung durfte freilich nicht der früher
verwendete und heute nicht mehr zulässige Nitro-Lack im damaligen
Farbton "Silberbronze" sein, es wurde jedoch in aufwendigen Testreihen
eine spezielle Farbmischung gefunden, die dem Originalfarbton weitestgehend
entspricht.
Weitere Informationen über
die 52er Prototypen W 194 hier; ausführlichere
Berichte über die Restaurierung beim Mercedes-Benz
Passion Blog und vor allem beim MVC.
Die restaurierte Fahrgestellnummer
2 im Dezember 2011 auf der Einfahrbahn (Foto: © Daimler AG)
Oktober 2011
300 SL Kaufberatung
(wm) Der Newsticker des
Mercedes-Benz Veteranen Club (MVC) weist in
einem Online-Beitrag vom 6. Oktober auf eine sehr
informative Internet-Seite aus den USA hin, die unter dem Titel "How
to Spot a W 198/300 SL Worth Buying" sehr ausführlich beschreibt,
wie man die Originalität eines zum Verkauf stehenden 300 SL prüfen
kann. Die reichhaltig illustrierte Seite ist nicht nur für potentielle
Käufer interessant!
Mai 2011
Mille Miglia Storica 2011 rollte
(wm) Alle Jahre wieder im
Mai macht sich eine Armada erlesenen Altmetalls auf die Spuren vergangener
Rennzeiten: Die historische Mille Miglia ist los. Auch dieses Jahr war
wieder eine ganze Flotte Mercedes-Benz 300 SL dabei, wie gewohnt auch unter
Beteiligung und mit der Unterstützung der Mercedes-Benz Classic. Für
eine regelmäßige Berichterstattung sorgt der Mercedes-Benz
Passion Blog, von dem auch das Foto stammt, welches hier mit freundlicher
Genehmigung gezeigt wird.
300
SL bei der Mille Miglia Storica 2011 (Copyright: Daimler AG/Mercedes-Benz
Passion Blog). Weitere Fotos hier,
hier,
hier
und
hier.
April
2011
Renntransporter Nummer 2
(wm) Der eine oder andere
Besucher der diesjährigen Techno Classica mag sich die Augen gerieben
haben: Verkauft Mercedes-Benz etwa den legendären blauen Renntransporter,
dessen Nachbau sie in Auftrag gegeben hatten und der vor 11 Jahren von
der Firma MIKA in Mölln fertiggestellt wurde? Nicht doch. Auf diesem
Exemplar dürfte ein virtuelles Etikett "unverkäuflich" prangen.
Damit ist es wohl offiziell: Es wurden seinerzeit von MIKA nicht eines,
sondern zwei Exemplare gebaut, das zweite in privatem Auftrag. Ein entsprechendes
Gerücht war bereits im Umlauf, nachdem ein Foto auftauchte, auf dem
an der Werkstattwand hinter einem Renntransporter-Rohbau ein Druck mit
der Abbildung des bereits fertiggestellten Exemplars für Mercedes
hängt. Und dieser zweite Renntransporter-Nachbau dürfte wohl
der sein, der jetzt von der Firma E. Thiesen auf der TC ausgestellt und
zum Verkauf angeboten wurde. Auffällig ist, daß sowohl der Stern
im Grill als auch der Schriftzug "Mercedes-Benz" auf den Türen mehr
oder minder gut durch Händlerschilder abgedeckt sind. Womöglich
gibt es da hinter den Kulissen markenrechtliche Differenzen?
Foto: © Ralf-Otto Pferdmenges
(weitere 300-SL-Fotos von der Techno Classica 2011 -->)
November 2010
Nachlese: Le Mans Classic 2010 -
Ausfahrt für den "Hobel"
(wm) Ende Juli fand die
diesjährige "Le Mans Classic" statt, eine Veranstaltung im Geist und
Stil der "Mille Miglia Storica". Die Mercedes-Benz Classic nahm den Termin
zum Anlaß, im Rahmenprogramm als Präsentation eine ganze historische
Sportwagenflotte aufzufahren. Zusammen mit weiteren historischen Mercedes-Benz-Sportwagen,
die - zum guten Teil in privater Hand - auch am eigentlichen Rennen teilnahmen,
füllte der Wagenpark ein fiktives Starterfeld.
Foto: Daimler-Benz
Neben etlichen neuen AMG
SLS gaben sich ein C-111, der auf dem W 194-Fahrgestell Nr. 09 aufgebaute
Roadster-Prototyp (linke Reihe, viertes Fahrzeug), der schwarze Flügeltürer
mit der klassischen Mille-Miglia-Startnummer 417 (nicht im Bild), das Uhlenhaut-Coupé
(nicht im Bild) und der "Hobel", der 1953er Prototyp (vorne rechts) die
Ehre. Der W 194 im Bild vorne links trägt das Outfit und die Startnummer
des Trainingswagens vom Le-Mans-Rennen 1952, auf dem Foto ist die Luftbremse
nicht montiert, aber man erkennt die Träger. Bei diesem Wagen könnte
es sich um die restaurierte Fahrgestellnummer 06 handeln.
Jede Menge weiterer Fotos
zur Le Mans Classic 2010 findet man im Mercedes-Benz Passion Blog auf dieser
Seite.
April 2010
Pimp my 300 SL
(wm) "Exklusiver
Umbau von AMG: Flügeltürer von 1954 mit aktueller Technik" -
unter
dieser zunächst harmlos klingenden Überschrift berichtete der
"Mercedes-Benz
Passion Blog" im Dezember 2009 über genannte Umbauten, die bereits
1996 stattgefunden haben sollen. Dabei wurden elf originale Flügeltürer
komplett neu aufgebaut und wie folgt aufgerüstet: neue Scheiben, elektrisch
verstellbare Außenspiegel, V-8-Motor mit 6 Litern Hubraum und 380
PS, 4-Stufen-Automatikgetriebe, Katalysator nach Euro-2-Norm, Servolenkung,
Hinterachse vom R 129 mit verstellbaren Gasdruckstoßdämpfern
und Bremsanlage vom W 124, an der Vorderachse Scheibenbremsen vom AMG C36,
AMG-Leichtmetallräder im 5-Sterne-Design für Bereifung 235/45
R17 vorne und 245/45 R17 hinten, neue Sitze, Dreipunktgurte, Mittelkonsole
und Türverkleidungen aus Nappa-Leder und Alcantara für A-Säulen,
Dachhimmel und oberen Türrahmen, Lenkradschloss, Original-Instrumente
für neue Leistungswerte verändert, Klimaanlage, Radiosystem mit
MP3 und iPod-Schnittstelle. Stückpreis pro Umbau: 1 Million Euro (1.000.000).
Fünf der Fahrzeuge gingen an die Herrscherfamilie von Brunei.
Kommentar: Abgesehen
davon, daß es "1996" sicher noch kein "Radiosystem samt MP3 und iPod-Schnittstelle"
gab (und daher das Datum wohl mit "seit 1996" korrekter beschrieben wäre),
verdient diese Meldung ein paar wesentlichere Anmerkungen. Es gibt ja Puristen,
denen jegliche Neuerung an einem Oldtimer als Frevel gilt, selbst wenn
das Fahrzeug noch im Alltagsbetrieb seinen Dienst tun soll, und die über
Replikas mit moderner Technik günstigstenfalls die Nase rümpfen.
Aber derlei Gegrummel erscheint müßig angesichts dieser grotesken
Schändung technischen Kulturguts. Für den Gegenwert eines solchen
Umbaus könnte man einen 300 SL Flügeltürer sowie einen Roadster
als Duo in gutem Zustand erhalten. Von Oldtimern begeisterte Menschen stecken
sechsstellige Summen in die originalgetreue Restaurierung und damit in
den Erhalt solcher Fahrzeuge. Dies wird konterkariert von Barbaren, denen
offenbar das Geld zu den Ohren herauswächst und die Unsummen für
die Entkernung und Verschandelung historischer Güter zum Fenster hinauswerfen,
sozusagen Vandalismus auf höchstem Niveau. Ich hoffe, daß es
bei AMG wenigstens einen Mitarbeiter gibt, der dabei Bauchgrimmen hatte.
März 2010
US-Talker Jay Leno holt 1955er Flügeltürer
ins Leben zurück
(wm) Der populäre amerikanische
Late-Night-Talker Jay Leno ist bekannt als Liebhaber klassischer Autos,
und erhält immer mal wieder interessante Fahrzeuge angeboten. Zu den
jüngsten Mitgliedern seiner Garage
zählt nun ein Flügeltürer Bj. 1955, der erst zwei Vorbesitzer
hatte und Ende der 70er in einen Container verpackt in der kalifornischen
Wüste abgestellt wurde. Der Wagen ließ sich mit relativ wenig
Aufwand in fahrbereiten Zustand versetzen, eine vollständige Restaurierung
hat Leno auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Solange darf der
Gullwing seine Alterspatina spazierenfahren, darunter etliche Lackschäden
und eine große Startnummer "263", die auf vergangene Renneinsätze
hinweist. Dazu Leno: "(...) There’s something charming about having a car
that’s used for its original purpose—driving. I’ll just tool around in
this coupe for a while, and when enough purists get angry at me, we’ll
restore it. But right now, I can take it to Bob’s Big Boy and if somebody
wants to lean on it, I won’t get upset. I don’t want to be one of those
guys who says 'Hey! Hey! Heyyy!'"
Januar 2010
Berlin: Zwei gestohlene 300 SL Roadster
sichergestellt
(pm) Nach intensiven Ermittlungen
von Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin wegen Diebstahls hochwertiger
Oldtimer nahmen Polizeibeamte der Direktion 2 Mitte Januar einen 46-Jährigen
in Kladow fest. Im vergangenen Jahr waren in Berlin zwei 300 SL Roadster
im Gesamtwert von 880.000 Euro gestohlen worden. Die Fahnder ermittelten
den 46-jährigen deutschen Staatsangehörigen, der zwischenzeitlich
in Berlin ohne festen Wohnsitz war. Mit auf Antrag der Staatsanwaltschaft
erlangten richterlichen Beschlüssen durchsuchten die Beamten am 13.01.
zwei Anschriften in Berlin und beschlagnahmten neben den wertvollen Autos
weiteres umfangreiches Beweismaterial. Der 46-Jährige wurde angetroffen
und festgenommen. Er wurde am 15.01. einem Richter vorgeführt und
erhielt Haftbefehl. Quelle: Pressestelle des Polizeipräsidenten in
Berlin
März 2009
W 194 FG 06 wiederauferstanden?
(wm) Während der Ausstellung
"Retromobile" im Februar 2009 in Paris zog ein Ausstellungsstück ganz
besonders die Aufmerksamkeit auf sich: ein 300 SL W 194 von 1952 mit der
Startnummer 22 und einer Luftbremse auf dem Dach. In dieser Ausstattung
tauchte der W 194 mit der Fahrgestellnummer 06 im Juni 1952 in Le Mans
auf und nahm mitsamt dieser merkwürdigen Konstruktion auf dem Dach
am Training zum 24-Stunden-Rennen teil. Im Rennen fehlten dann sowohl Luftbremse
als auch FG 06. Noch einmal tauchte FG 06, umgebaut zum "Spyder" ohne Dach,
beim Nürburgring-Rennen 1952 auf und belegte mit Fahrer Helfrich und
Startnummer 23 den 4. Platz, danach verliert sich die Geschichte das Fahrzeugs
im Dunkel der Geschichte. Erst 1999 tauchten Reste auf: durch ein Feuer
fast vollständig zerstört, wurde der Wagen zusammen mit der ebenfalls
nur noch als "rolling chassis" vorhandenen FG 07 vom Auktionshaus Brooks
in die USA versteigert. 2002 landete FG 06 im Mercedes-Benz Classic Center
zum Wiederaufbau. Ob überhaupt bzw. welche Teile des Wagens noch verwendbar
waren und ob das jetzt auf der Retromobile ausgestellte Fahrzeug Ergebnis
dieses Wiederaufbaus ist, bleibt im Moment noch unklar.
Mai 2008
Mille Miglia Storica 2008: W 194
im Schongang
(wm) 17 Fahrzeuge groß
war die 300-SL-Flotte bei der diesjährigen Mille Miglia Storica vom
15. bis 18. Mai. Alle erreichten das Ziel, und den besten Platz in der
Gesamtwertung belegte das italienische Team Beghetto/Didone auf einem Flügeltürer
mit der Startnummer 242, die als 47. ins Ziel kamen. Auf Platz 344 von
368 und damit dem schlechtesten aller teilnehmenden SL landeten Häkkinen/Zolter
auf einem W 194 der Mercedes-Benz Classic - nun, ein solches Fahrzeug gilt
es hauptsächlich zu schonen.
Mai 2007
Neue Seitenscheiben für den
Flügeltürer
(wm) Wer es gerne luftig
hat und wem es im Flügeltürer schnell zu warm wird, baut schon
mal die Seitenscheiben aus, die sich konstruktionsbedingt auf klassischem
Weg nicht öffnen lassen. Schnell ist da ein Malheur passiert und die
Scheibe kaputt. Für derlei Problemfälle bietet das Mercedes-Benz
Classic Center jetzt eine Nachfertigung an. Nicht ganz originalgetreu,
aber sicherer: statt aus dem früher üblichen Einscheiben-Sicherheitsglas
besteht die Nachfertigung aus modernem Verbundglas. Die gehen dann auch
nicht ganz so leicht kaputt. Pro Stück kosten die Scheiben 196,35
Euro und können über jeden Mercedes-Vertragshändler oder
direkt beim Classic Center bestellt werden, Adresse etc. siehe vorige Meldung
(Quelle: Mercedes-Benz Classic Nr. 02-2007).
April 2007
Mercedes-Benz und Dunlop: Reifen-Nachfertigung
für den 300 SL
(pm) In Zusammenarbeit mit
dem Reifenhersteller Dunlop in Hanau hat das Mercedes-Benz Classic Center
den klassischen Dunlop SP Sport D 8 in der Größe 185 VR 15 neu
aufgelegt. Damit schließt das Classic Center eine Lücke: Bislang
gab es mit offizieller Mercedes-Benz-Freigabe lediglich passende Reifen
aus aktueller Produktion für den 300 SL (Baureihe W 198), die jedoch
wegen ihrer breiteren und flacheren Bauweise das klassische Erscheinungsbild
des 300 SL beeinträchtigen. Der SP Sport D 8 hingegen bietet mit seinem
Höhe/Breite-Verhältnis von 82 Prozent einen authentischen historischen
Look, verbunden mit neuzeitlicher Technik.
Zu ihrer Bauzeit waren die
Mercedes-Benz 300 SL Sportwagen ab Werk mit Diagonalreifen der Größen
6.50-15 und 6.70-15 Extra-Super-Sport ausgerüstet. Diese Diagonalreifen
gibt es heute allenfalls noch als Dunlop Racing, die aber nur bedingt straßentauglich
sind – zudem liegen ihre Anschaffungspreise deutlich über denen der
moderneren und fahrsichereren Gürtelreifen. Die Bezugsquelle
für den neuen SP Sport D 8: Mercedes-Benz Classic Center, Stuttgarter
Straße 90, 70736 Fellbach, Telefon: +49(0) 711/17-8 40 40, Telefax:
+49(0) 711/17-8 34 56; E-Mail: classic.center@daimlerchrysler.com.
Der Stückpreis der
zunächst in limitierter Auflage hergestellten Reifen beträgt
351,05 € inkl. MwSt. ohne Versandkosten.
März 2007
Karosserielehre für Flügeltürer
aus der Schweiz
(pm) Sammler und Besitzer
des Flügeltürers können aufatmen: Die Firma DESIGN
BY DANTE in Frauenkappelen bei Bern (Schweiz) hat die wahrscheinlich
weltweit einzige komplette Karosserielehre für den „Flügeltürer“
gebaut.
Als im Sommer 2006 der Auftrag
zur Vollrestaurierung für einen der raren 300 SL mit Vollalukarosse
anstand, merkte man nach dem vollständigen Ablaugen der Karosserie,
daß sich das Objekt durch mehrere Vorschäden in einem desolaten
Zustand befand. Da weder die Klassik-Abteilung von Mercedes noch der freie
Markt zumindest Teilersatz bieten konnte, entschloss sich Dante Rubli zum
Bau einer kompletten Karosserielehre.
Dante ist nun in der Lage,
allen Sammlern Teil- wie auch Vollkarossen in Aluminium oder Stahl anzufertigen.
Dies gilt selbstverständlich auch für alle Anbauteile wie Fronthaube,
Heckdeckel, Türen, Grill, Pfeile (Radlaufoberteile), die bei vielen
Fahrzeugen fehlende Unterbodenverkleidungen sowie alle Fensterelemente
ausser der Frontscheibe. Die Plexifenster werden als geformte „Rohlinge“
(inkl. Schablone) geliefert. Die Erfahrung hat gezeigt, daß diese
am Besten am Fahrzeug eingepasst werden. Die Lehre kann nach der vollständigen
Zusammensetzung und Verschweissung der Karosserie zerlegt und anschliessend
für die nachfolgende Produktion wieder exakt zusammengesetzt werden
(Quelle: MVC-Online).
März 2007
50 Jahre Roadster: Roadster-Prototyp
auf der Retro Classics
(wm) Ein besonderes Highlight
zum 50. Geburtstag des 300 SL Roadsters war auf der diesjährigen Retro
Classics in Stuttgart zu bewundern: "The Father of the Brood", wie es Winston
Goodfellow vor vier Jahren formulierte, der erste 300 SL Roadster überhaupt.
Nicht etwa der erste aus der Serie, sondern ein handgefertigter Prototyp,
der bereits 1955 auf dem modifizierten Fahrgestell des W 194 00009/52 aufgebaut
wurde und nicht nur als Vorläufer des Serienmodells, sondern auch
als Vorläufer der beiden SLS von 1957 diente. Mehr zur Geschichte
dieses einzigartigen Autos gibt es hier.
Oktober 2006
Staud-Kalender 2007 ist lieferbar
(wm) Ab jetzt erhältlich
ist die 19. Ausgabe des 300-SL-Kalenders aus den Rene Staud Studios. Die
gewohnt hervorragenden Bilder sind natürlich alle neu, während
Ausstattung und Preis unverändert geblieben sind. Bestellmöglichkeit
unter http://www.renestaudstudios.de
.
Juli 2006
Silvretta Classic Rallye Montafon:
Gesamtsieg für Mayer/Mayer auf 300 SL Roadster
(wm) Vom 29. Juni bis zum
1. Juli fand die diesjährige Rallye Montafon im Rahmen der Silvretta
Classic statt. Gesamt- und Klassensieger mit der niedrigsten Strafpunktzahl
wurden Klaus-Hermann und Tessa Mayer auf ihrem Mercedes-Benz 300 SL Roadster
Baujahr 1957.
April 2006
Neues Mercedes-Benz Museum eröffnet
im Mai
(dc/wm) Am 19. Mai 2006
wird das neue Mercedes-Benz Museum in Stuttgart eröffnet. In nur zweieinhalbjähriger
Bauzeit, von September 2003 bis April 2006, entstand ein eigenwilliges
Bauwerk: 33 Meter weite, stützenlose Räume, welche die Last von
zehn Lastwagen tragen können, gehören ebenso zu den architektonischen
Besonderheiten wie die zweifach gekrümmten tragenden Bauteile, so
genannte „Twists“, die an überdimensionale Flugzeugpropeller erinnern
und in dieser Form und Größe erstmals angewendet wurden. In
den Fensterbändern sind 1.800 dreieckige Scheiben verbaut, von denen
keine der anderen gleicht.
In neun Ebenen mit 16.500
Quadratmetern Fläche sind 160 Fahrzeuge und insgesamt mehr als 1.500
Exponate zu sehen, die sich in zwei verbundenen Rundgängen präsentieren.
Auf ihrem mindestens zweistündigen Weg durch das Museum erleben die
Besucher eine Zeitreise durch die 120-jährige Automobilgeschichte.
Ein Aufzug bringt sie zur obersten Ebene des Museums. Von dort aus führen
die zwei Rundgänge in weiten Kurven durch die umfangreiche Sammlung
zum Ausgangspunkt zurück. Weitere Besonderheit: Erstmals dokumentiert
das Museum nun auch die mehr als 100-jährige Nutzfahrzeuggeschichte
des Unternehmens. Ein Café, ein Restaurant und verschiedene Shops
runden das Angebot ab.
 |
Flügeltürer
im neuen Mercedes-Benz Museum, Mai 2006 (Foto: Jonas Hellebronth) |
April
2006
Techno Classica: "Do it yourself"-
300 SL am Club-Stand
(wm) Das Publikum dürfte
nicht schlecht gestaunt haben: Einen leibhaftigen 300 SL im Maßstab
1:1 aus Holz präsentierte der deutsche Mercedes-Benz 300 SL Club an
seinem Stand bei der diesjährigen Techno Classica. In 2500 Arbeitsstunden
verarbeitete Erbauer Udo Haas fast 350 Fichtenholzplatten, 1700 Holzdübel
und 12 Liter Holzleim zum 400 kg schweren Holz-Gullwing. Türen, Heckklappe
und Motorhaube lassen sich naturgetreu öffnen, unter letzterer verbirgt
sich - selbstverständlich - ein Holzmotor. Der Wagen hat über
das Holzlenkrad lenkbare Holzspeichenräder, und natürlich kann
man in ihm auf hölzernen Sitzen auch Platz nehmen und das filigran
geschnitzte Holzbrett, sorry, Armaturenbrett!, bestaunen. Als Vorlage diente
dem Kunstschreiner, der nach eigener Aussage zuvor noch nie einen Flügeltürer
in natura gesehen hatte, ein 1:43(!)-Modellauto, dessen Proportionen er
detailgetreu auf Originalgröße übertrug. Modellbauer arbeiten
genau umgekehrt. Zu der von Dr. York Seifert organisierten Ausstellung
gehörten weitere Vitrinen mit diversen anderen SL-Holzmodellen in
verschiedenen Maßstäben.
Das große Holzmodell
soll ab dem kommenden Jahr ein in Kärnten geplantes SL-Museum zieren.
Zwei Fotos des Kunststücks finden sich auf der "Sammeln
+ Surium"-Seite der Homepage-Abteilung Modelle.
Dezember 2005
Walter Schock gestorben
(dc/wm) Öffentliche
Auftritte im Scheinwerferlicht motorsportlicher Siegerehrung waren nicht
die Welt von Walter Schock. Er freute sich über jeden seiner vielen
Siege und Meistertitel, aber der sportliche Wettkampf am Steuer gegen die
Uhr und fahrerische Herausforderungen der Strecke bedeuteten ihm mehr.
Am 3. April 1920 in Wangen
bei Stuttgart geboren, begann der technisch interessierte Junge nach der
Schulzeit beim „Daimler“ eine Lehre als Kraftfahrzeugmechaniker. Seine
Leistungen qualifizierten ihn für die Übernahme in die Versuchsabteilung.
Obwohl erst 17 Jahre alt, durfte Schock den Führerschein machen und
arbeitete als Einfahrer und Versuchsfahrer. Direkt nebenan lag die Rennabteilung,
so kam er mit dem Motorsport in Berührung und die Flamme sprang über.
Bevor sich jedoch seine
motorsportliche Neigung entfalten konnte, wurde er durch den Zweiten Weltkrieg
eingebremst. Nach Kriegsende kehrte er zunächst zu Daimler-Benz zurück,
bevor er als Südfrüchte-Importeur in das Geschäft der Familie
seiner Frau eintrat. Doch sportlich blieb er dem Stern treu. Bei der Rallye
„Solitude“ ging er 1954 mit einem Mercedes-Benz 220a erstmals an den Start
und gewann auf Anhieb eine Goldmedaille. Weitere nationale Siege im gleichen
Jahr folgten.
Gleich im folgenden Jahr
startete er mit Rolf Moll bei der Rallye Monte Carlo und holte den dritten
Platz der Gesamtwertung. Die Siegeskette des Jahres 1955 riss nicht ab,
und der ambitionierte Privatfahrer wurde Vize-Rallye-Europameister. In
der Saison 1956 „schockte“ er, auf einem 300 SL W 198 I unterwegs, seine
Konkurrenten gar mit dem Doppeltitel des Internationalen und Europa-Rallyemeisters.
Damit nicht genug, stellte er nicht nur bei Rallyes, sondern auch auf der
Rundstrecke sein Talent eindrucksvoll unter Beweis. Im selben Jahr schmückte
er sich auch noch mit dem Titel des Deutschen Sportwagenmeisters in der
GT-Klasse bis 1300 Kubikzentimeter Hubraum. Das Jahr 1957 bescherte ihm
zwar keinen Meistertitel, dafür konnte er sich aber vom Bundespräsident
Theodor Heuss das Silberne Lorbeerblatt für seine besonderen Leistungen
im Motorsport ans Revers heften lassen.
1960 war dann der nächste
Titel fällig. Diesmal war es die Europa-Tourenwagenmeisterschaft,
die er zusammen mit seinem langjährigen Copilot Rolf Moll einfuhr.
Dabei konnte er schon zu Saisonbeginn mit Stolz vermerken, dass er zusammen
mit Moll das erste deutsche Team war, das die Rallye Monte Carlo gewann.
Zum Saisonende erhielt Schock den Goldenen Mercedessstern mit Rubin. Die
Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) überreichte
ihm die Große Goldmedaille, der Automobilclub von Deutschland (AvD)
ehrte ihn mit dem Goldenen Sportabzeichen mit Eichenlaub.
Die Rundstrecke zog Walter
Schock weiter in ihren Bann. Siege bei verschiedenen Rennen auf dem Nürburgring,
aber auch beim Großen Straßenpreis von Argentinien markieren
den Weg seiner Motorsportkarriere. Noch 1972, immerhin schon 52 Jahre alt,
belegte er in der Seniorenwertung der Rallye Monte Carlo den 2. Platz.
Alle Siege seiner ungewöhnlichen Motorsport-Laufbahn hier aufzuzählen
würde den Rahmen sprengen.
1988 kürte ihn die
Stadt Stuttgart zum „Sportpionier“, und 1992 verlieh ihm die Bundesrepublik
Deutschland das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die weitere Liste seiner
Auszeichnungen ist lang. Seine Verbundenheit mit dem Motorsport bewies
er bis ins hohe Alter auch abseits der Renn- und Rallyestrecken. Schon
früh hatte er sich in den organisatorischen Dienst „seiner“ Sache
gestellt und jahrelang verschiedene Ämter bis hin zum Berufungsrichter
der Obersten Nationalen Sportkommission (ONS) für Deutschland begleitet.
Walter Schock starb am 20.
Dezember 2005 im Alter von 85 Jahren in Stuttgart.
August 2005
W 194 FG 07 beim Monterey Historic
Race
(wm/am) Am Wochenende vom
21. - 23. August fand auf dem Laguna Seca Raceway bei Monterey im US-Bundesstaat
Kalifornien das jährliche "Historic Race" statt. In der Klasse der
Nachkriegssportwagen-Sportwagen über 2500 ccm stürzte sich auch
der im letzten Jahr erstmals nach seiner Restaurierung öffentlich
vorgestellte W 194 mit der Fahrgestellnummer 07 in den berühmt-berüchtigten
"cork screw", am Steuer Besitzer Bruce McCaw. Gut zu sehen, daß der
Wagen 53 Jahre nach seinem Sieg in Le Mans wieder in den Asphalt beißen
darf und nicht nur in Pebble Beach schön aussehen muß, auch
wenn es diesmal nur zu Platz 22 reichte.
 |
FG 07 auf
dem Laguna Seca Raceway, August 2005 cccc ccccc cc
(Foto: © Monterey Historic
Racing) |
August 2005
Hobel: Undichte Hinterachse verhinderte
Zielankunft
(wm/am) Austretendes Öl
an der Hinterachse verhinderte die Zielankunft des W 194 FG-Nummer 11 ("Hobel")
bei seinem spektakulären und überraschenden Auftritt im Rahmen
der Ennstal Classic, nachdem er lange Jahre im Mercedes-Benz Classic Center
einstaubte (siehe auch nachstehende Meldung aus dem Juli). Eine kleine
Bilderserie des Fotografen Andreas Meiniger zeigt aktuelle Aufnahmen des
"Hobel" in der Werkstatt des MB Classic Centers >>.
Juli 2005
Geheimnisvoll: Restaurierter "Typ
11" bei der Ennstal Classic (20. - 23. Juli)
(dc/wm) Das seltenste
und interessanteste Stück in der Ahnengalerie des Mercedes-Benz 300
SL weist die Fahrgestell-Endnummer 00011 auf. Der als Nachfolger für
den erfolgreichen Carrera Panamericana-Sieger, den 300 SL Rennsportwagen
von 1952 entwickelte Prototyp des Jahres 1953 sollte die glorreiche Sportwagen-Geschichte
fortsetzen. Doch es kam nie soweit, der Vorstand der Daimler-Benz AG hatte
entschieden, sich ganz dem Formel 1-Wiedereinstieg im Jahr 1954 zu widmen.
So blieb der 300 SL Transaxle-Prototyp von 1953 ein Einzelstück. 2005
ist die restaurierte Rarität bei der Ennstal-Classic vom 20. bis 23.
Juli 2005 im Einsatz, gefahren von niemand geringerem als dem ehemaligen
Formel 1-Piloten Jochen Maass. Der erfolgreiche Vorgänger, der 300
SL Rennsportwagen von 1952, ist in Gröbming ebenso am Start wie Sir
Stirling Moss und Franz Klammer. Das Mercedes-Benz-Werksteam nimmt in diesem
Jahr mit insgesamt sechs Renn- und Sportwagen teil.
Soweit eine Presseinformation
der Mercedes-Benz Classic, die gerade mal einen Tag vor Veranstaltungsbeginn
veröffentlicht wurde. Der Bildergalerie auf der offiziellen Homepage
der Ennstal Classic läßt sich entnehmen, daß Mercedes-Benz
das Fahrzeug mitgebracht hatte (man sieht eine Ecke hinter einem W 194
im Transporter), an der Wertung nahm der "Hobel" - wiewohl offiziell gemeldet
- jedoch nicht teil. Auch läßt sich in den diversen Bildveröffentlichungen
zur Ennstal Classic kein einziges Foto des abgeladenen Fahrzeugs finden.
Mai 2005
Mille Miglia 1955: Rückblick
auf Fitchs Klassensieg mit dem Flügeltürer
(wm) 50 Jahre ist es her,
da dominierte Mercedes die Mille Miglia wie danach nie wieder. Moss und
Fangio belegten mit ihren SLRs die beiden ersten Plätze der Gesamtwertung,
wobei Moss mit Startnummer 722 den heute noch gültigen Streckenrekord
erzielte. Den fünften Platz erreichte John Fitch auf dem Flügeltürer
mit der Startnummer 417, was gleichzeitig den Sieg in der GT-Kategorie
bedeutete. In der aktuellen Ausgabe würdigt die gleichnamige Hauszeitschrift
der Mercedes-Benz Classic reichhaltig bebildert Fitchs rasende Fahrt durch
Italien (Mercedes-Benz Classic Leserservice, 0800/1013533, mbclassic@prisma-direkt.de,
Jahresabo 4 Ausgaben 18 Euro).
März 2005
Kann man den Roadster besser machen?
(wm) Die aktuelle Ausgabe
der Motor-Klassik stellt in ihrer Serie "Besser machen" einen 300 SL Roadster
in den Mittelpunkt und präsentiert allerhand "Modifikationen", die
das Fahrzeug alltagstauglicher machen sollen. Ein Beispiel: Die 15 Liter
Motorenöl, dafür gedacht, bei Vollgasfahrten den Motor vor wärmebedingten
Schäden zu bewahren, erwärmen sich bei schonender Fahrweise nicht
hoch genug, um in den Ölkreislauf gelangendes Benzin zu verdunsten.
Das dadurch immer dünnflüssiger werdende Öl kann Lagerschäden
verursachen. Ausweg: der Einbau eines kombinierten Wasser-/Ölkühlers,
der die Ölmenge auch bei niedrigen Drehzahlen schneller auf Temperatur
bringt. Klingt das noch recht plausibel, fragt man sich jedoch beim Studium
der Liste möglicher weiterer Umbaumaßnahmen, ob der 300 SL Roadster
wirklich einen Fächerkrümmer mit Sportauspuff benötigt.
Januar 2005
Rallye-Beifahrerplatz im 300 SL
zugunsten von Flutopfern versteigert
(wm) Über 1100 Euro
brachte die Internet-Versteigerung des Copiloten-Sitzes im Ex-Ali-Khan-Flügeltürer
bei einer Oldtimer-Rallye. Der Stifter will den gesamten Betrag den Opfern
der Flutkatastrophe zugute kommen lassen.
Januar 2005
300 SL-Club mit Themenstand auf
der Classic Mobil
(wm) Auf der 13. Classic
Mobil in der Olympiahalle München am 19. und 20. März wird der
300 SL-Club mit einem Themenstand zum Flügeltürer vertreten sein.
Der Eintritt zur Messe, die wieder mit der großen Modellautobörse
"Auto 1:x" verbunden sein wird, kostet 12 Euro für einzelne Erwachsene
bzw. 24 Euro für eine Familie mit bis zu drei Kindern.
Oktober 2004
Die Geschichte des "Schwarzen Torpedo"
(dc) Mancher Flügeltürer
bietet eine ganz besondere Geschichte: Zum Beispiel der 300 SL des Fotojournalisten
David Douglas Duncan, den eine enge Freundschaft mit Pablo Picasso verband
und der das Sportcoupé 1996 dessen Sohn, Claude Picasso, schenkte.
Die Sonderausstellung „Adventures
of a Gullwing“ im Mercedes-Benz Museum (Stuttgart-Untertürkheim, geöffnet
Dienstag bis Sonntag von 09.00 Uhr – 17.00 Uhr, Eintritt frei) erzählt
die Abenteuer des schwarzen 300 SL Coupé des 1916 in Kansas City
geborenen, weltweit bekannten und hoch dekorierten amerikanischen Fotojournalisten
David Douglas Duncan. 1956 übernahm er das Auto persönlich in
Stuttgart. Seine Leidenschaft für den Flügeltürer entflammte
im Jahr davor, als er den 300 SL oder vielmehr dessen „Geist“ in den Straßen
von Sindelfingen einfing – die berühmten Aufnahmen zeigen nur Lichtspuren
des schnellen Fahrzeugs. 1956 lichtete er den Prototypen des 300 SL Roadster
bei einer grandiosen Testfahrt in den Alpen ab.
Duncan fuhr seinen 300 SL
täglich: 450.000 Kilometer in 40 Jahren. 1959 fuhr er von Südfrankreich
nach Moskau (siehe Foto), wo der Wagen vor dem Kreml auch vom Politbüro
bestaunt wurde. Zurück in Cannes teilte er sich russischen Kaviar
mit seinem Freund Pablo Picasso, den Duncan in seinem 300 SL mehrmals mitnahm
und ihn darin fotografierte.
Helle Aufregung brachte
1976 eine Fotoreportage in Holland über den Film „Die Brücke
von Arnheim“ mit sich: Duncans „Schwarzer Torpedo“ wurde in Haarlem gestohlen
und blieb mehrere Wochen unauffindbar. Erst ein Kontakt zur Mafia ließ
wieder hoffen. Nach fünf Wochen konnte Duncan sein Auto gegen einen
„Finderlohn“ von 12.000 Schweizer Franken an der holländisch-belgischen
Grenze abholen. Der SL war wieder zurück, frisch gewaschen und voll
getankt, sogar Duncans Trenchcoat lag gereinigt und gebügelt auf der
Ablage.
1996 überließ
Duncan sein ehrwürdiges 300 SL Coupé dem autobegeisterten Claude
Picasso, auf daß es „in der Familie“ bleibe. Claude Picasso fährt
den „Schwarzen Torpedo“ regelmäßig, zum Beispiel bei der Mille
Miglia. (Quelle Text/Foto: DaimlerChrysler Communications)
September 2004
SL-Geburtstagsfeier in Pebble Beach
(wm/am) Vierzehn seltene
Exemplare des 300 SL versammelten sich anläßlich des 50. Geburtstages
beim alljährlichen Concours d'Elegance im kalifornischen Pebble Beach.
Dabei ein Alu-Flügeltürer, mit dem Tim Flock im August 1955 ein
NASCAR-Rennen auf dem Raleigh Speedway in North Carolina gewann; der Flügeltürer
des Fotografen Douglas Duncan, mit dem er über 400.000 km zurücklegte
und in dem sich Pablo Picasso ablichten ließ; ein in der Mercedes-Rennabteilung
von Hand zusammengebautes Vorserien-Coupè (Chassis-Nr. 8627-198071/7)
mit bewegter Renngeschichte unter den Händen von Karl Kling, Werner
Engel und Paul O'Shea; das Einzelstück aus Werksbesitz mit Glasfaser-Karosserie,
mitgebracht von Max Gerrit von Pein; dazu Modelle mit ungewöhnlichen
Werkslackierungen in violettsilber oder grün. All dies findet Erwähnung
in der aktuellen Ausgabe der Motor-Klassik. Was jedoch keine Erwähnung
fand: Auch der frisch restaurierte W 194 mit der Fahrgestellnummer 007
bestritt in Pebble Beach seinen ersten großen öffentlichen Auftritt.
007 hatte die Lizenz zum Siegen, Hermann Lang gewann 1952 mit ihm das 24-Stunden-Rennen
von Le Mans und ein paar Wochen später das Rennen auf dem Nürburgring.
Vor fünf Jahren ersteigerte ein amerikanischer Sammler FG 007 als
"rolling chassis" und FG 006 durch Feuer stark beschädigt für
zusammen 1,9 Mio. USD und ließ bzw. läßt die Fahrzeuge
im Mercedes-Benz Classic Center wieder aufbauen. In Pebble Beach wurde
007 in der originalgetreuen Ausstattung "Le Mans" mit Startnummer 21 und
blauen Grillumrandungen dem Publikum vorgestellt. (Quellen: Motor-Klassik;
Andreas Meiniger)
August 2004
"Mercedes-Benz Classic" feiert 50
Jahre 300 SL
(wm) Die Hauszeitschrift
der Klassikabteilung der DaimlerChrysler AG feiert in ihrer aktuellen Ausgabe
3/2004 das fünfzigjährige Jubiläum des 300 SL mit einer
Titelgeschichte. Mein Lieblingszitat daraus: "Viele, die ihn niemals fuhren,
ahnten nicht, daß tief in ihm ein ungehobelter Rock 'n' Roller lauert"
- dies als Warnung vor allzu sorglosen Kurvendrifts mit dem Flügeltürer.
Geziert wird die Geschichte mit einer Fotostrecke von Markus Bolsinger,
die den Gullwing vor der dramatischen Kulisse des "Valley Of Fire" in den
USA zeigen (Bilder aus dieser Serie illustrieren auch das aktuelle Buch
von Bolsinger/Lewandowski/Niemann, 2004 im Delius-Klasing-Verlag erschienen,
siehe --> Literaturseite); und als Beilage
enthält das Magazin ein 80 x 20 cm großes Reprint der Konstruktionszeichnung
des W 198. Bezugsmöglichkeit: Mercedes-Benz Classic-Leserservice,
Postfach 2551, 61295 Bad Homburg, Email mbclassic@prisma-direkt.de.
Juli 2004
Preise und Erinnerungen
(wm) Die Zeitschrift Motor-Klassik
feiert in der August-Ausgabe ihr 20jähriges Jubiläum, Anlaß
für diverse Rückblicke, bei denen auch der 300 SL nicht zu kurz
kommt. Waren in der Erstausgabe unter dem Titel "Glanz und Gloria" der
Porsche 356 A, der BMW 507 und der Mercedes-Benz 300 SL die damaligen Klassikerstars,
so fragt Redakteur Heinrich Lingner nach dem heutigen Stellenwert dieser
automobilen deutschen Nachkriegs-Ikonen. Zum 300 SL lautet sein Fazit:
"Er (...) ist kaum weniger schnell als viele moderne Sportwagen, die ihm
formal und atmosphärisch nicht das Wasser reichen können."
Auf den Markt-Seiten kommt
Klaus Kienle, 300 SL-Spezialist und Inhaber des bekannten Automobiltechnik-Hauses,
zum Thema "Marktlage des 300 SL" zu Wort. Er erklärt, warum zur Zeit
viele 300 SL zum Verkauf stehen, damit, daß stark verschlissene oder
mittelmäßig restaurierte Exemplare von ihren enttäuschten
Besitzern wieder abgestoßen werden, da sie die in sie gesetzten Erwartungen
nicht erfüllt hätten. Gute Exemplare seien nach wie vor rar,
das höchste Preisniveau mit bis zu 375.000 Euro attestiert Kienle
sehr gut erhaltenen Flügeltürern mit Rudge-Naben, während
mittelgute Roadster 225.000 bis 240.000 bringen, gute Exemplare bis 300.000.
Roadster mit Scheibenbremsen und Alu-Motor seien kaum zu bekommen, ihre
Preise reichten an die des Coupés heran.
Last not least drehten Hans
Herrmann und Co-Pilot Markus Winkelhock zur Erinnerung an den ersten Formel
1-Sieg der W 196-Silberpfeile in Reims am 4. Juli 1954 vor Ort eine "Geschichts-Runde"
im 300 SL-Roadster. Hierüber berichtet die Motor-Klassik, illustriert
u.a. mit historischen Fotos des damaligen Rennens, auf sechs Seiten (Quellen:
Motor-Klassik
8/2004).
April 2004
300 SL-Auftrieb in Hamburg
(wm) Mit einer ganzseitigen
Anzeige in der aktuellen Motor-Klassik wirbt der Mercedes-Benz 300 SL Club
e.V. für ein großes Treffen am 22. Mai in Hamburg. Zum 50. Jubiläum
werden unter dem Motto "Alle 300 SL auf nach Hamburg!" die 300 SL-Besitzer
aufgerufen, mit einer "illustren Jubiläumsparade" "goldene Zeiten
lebendig werden" zu lassen und "echtes Legenden-Feeling" zu vermitteln.
Musik der Fünfziger, alte Rennhaudegen in persona und historische
Filme sollen das Spektakel von 11 - 15 Uhr auf dem Rathausmarkt abrunden.
Das Ereignis findet im Rahmen des alljährlichen Clubtreffens statt,
der Club rechnet mit mindestens 160 teilnehmenden Fahrzeugen. Nachtrag:
In der --> Bildergalerie gibt es ein paar sehr
schöne Fotos von diesem Treffen!
März 2004
Hohes Preisniveau bei Auktionen
(wm) Von der ungebrochenen
Beliebtheit des 300 SL - vielleicht angesichts des 50. Geburtstages - zeugen
die Preise, die Flügeltürer und Roadster bei den jüngsten
Auktionen erzielten. In Scottsdale/USA fiel der Hammer bei der Barrett-Jackson-Auktion
(21. - 25. Januar) für zwei Flügeltürer bei 310.200 bzw.
288.900 Euro. Das ist zwar viel, aber nichts im Vergleich zu dem 63er-Roadster,
der im Zustand 2- bei Christie's am 14. Februar in Paris kaum glaubliche
327.300 Euro erzielte, obwohl der starke Euro Klassiker-Käufer zur
Zeit eher auf Schnäppchenjagd in die USA treibt (Quelle: Motor-Klassik
4/2004).
Februar 2004
Wieder lieferbar: Roadster-Getriebe
(wm) Nachdem Mercedes-Benz
Anfang der 90er Jahre die letzten Austausch-Schaltboxen für den W
198 II ausgeliefert hatte, blieb die entsprechende Regalfläche im
Teilelager verwaist. 300 SL-Besitzer, die Probleme mit dem Getriebe hatten,
mußten auf teure Einzelteilreparaturen oder gar -nachfertigungen
ausweichen. Damit ist jetzt Schluß - unter der Teilenummer A 198
260 0704 bietet das Mercedes-Benz Classic Center eine Neuauflage des gesuchten
Räderwerks an. Zum größten Teil konnte auf die noch vorhandenen
Originalwerkzeuge zurückgegriffen werden, und im Werk Gaggenau steht
sogar noch der originale Getriebeprüfstand zur Verfügung, um
die Neubauten auf Funktion, Dichtigkeit und Laufruhe zu untersuchen (Quelle:
Mercedes-Benz Classic 1/2004).
Oktober 2003
Schwarzes Höllentier
(wm) Jubiläen werden
immer neue erfunden, für dieses interessieren wir uns: 75 Jahre Mercedes
Roadster, gefeiert in der November-Ausgabe der Zeitschrift Motor-Klassik.
Drei SL-Roadster hat die Redaktion probegefahren, natürlich den 300
SL, dazu die "Pagode" und den 500 SL. Wobei es die Ausfahrt mit dem W 198
II Autor Alf Cremers besonders angetan hat, insbesondere der Reihensechszylinder:
"Das ist kein Motor für zartbesaitete Gemüter, Marke BMW, seidenweich.
Das ist ein gezähmtes, im Motorraum eingesperrtes schwarzes Höllentier,
das schwitzt, faucht, röhrt und herrlich nach Motoröl riecht."
Gut gebrüllt - auch wenn das "gezähmt" nicht so ganz passend
wirkt. Hat er vielleicht ungezähmt gemeint - warum sollte es sonst
eingesperrt sein? (Quelle: Motor-Klassik
11/2003)
September 2003
300 SL fahren - am Computer
(wm) Wer schon immer mal
gerne einen 300 SL fahren wollte und sich das nie leisten konnte, hat jetzt
die Gelegenheit, das am Computer nachzuholen. Das in Zusammenarbeit mit
Mercedes-Benz von Synetic programmierte und von TDK vertriebene Computerspiel
"World Racing" (PC-Version 45,- Euro) bietet neben diversesten MB-Modellen
auch den 300 SL als fahrbaren Untersatz an. Das Spiel ist bereits seit
dem Frühjahr für die XBox-Konsole und jetzt auch für den
PC erhältlich, und wer nicht die Katze im Sack kaufen will, kann unter
http://onspiele.t-online.de/c/09/43/96/943962.html
eine Demoversion mit nur vier Fahrzeugen und eingeschränkten Szenarien
downloaden. Wer kein DSL und einen älteren Rechner hat, sollte die
Finger lieber davon lassen: Die Downloadgröße beträgt 62
MB und die Systemanforderungen schließen Computer, die älter
als ca. zwei, drei Jahre sind, eher aus (mind. 32 MB Grafikkarte, 256 MB
Speicher, P III oder Athlon mit 800 MHz bzw. 1,2 GHz bei abgespeckten Celeron-Prozessoren,
und DirectX 8.1 wird auch benötigt). Wer die vielen Zusatzfeatures
nutzen will, kann diese Werte gleich mal verdoppeln. Daher kann ich zur
Zeit auch leider keine nähere Beschreibung geben...
Juni 2003
Mille Miglia 2003: 300 SL unter
"ferner liefen"
(wm) Wenig erfolgreich war
die diesjährige Teilnahme von 300 SL bei der Mille Miglia 2003. Keiner
kam unter die ersten 100, bester 300 SL wurde der Flügeltürer
mit der Startnummer 361, gefahren von Brandstetter/Wurz, auf Platz 114.
Auch der letzte Platz der gewerteten Teilnehmer wird von einem 300 SL belegt
(von Kuczkowsi/Hollweck, Startnr. 253, Platz 289), drei weitere erreichten
das Ziel nicht. Insgesamt nahmen 21 300 SL an dem Rennen teil. Weitere
Informationen inklusive einer großen Bildergalerie (leider war der
Fotograf ein Fan von Vorkriegsautos, daher kein 300 SL dabei) unter www.millemiglia.it.
März 2003
Karl Kling ist gestorben
(wm) Am 18. März starb
im Alter von 92 Jahren Karl Kling, dessen Name untrennbar mit der Geschichte
des 300 SL verbunden ist. Der erst spät als Mercedes-Benz-Werksfahrer
zum Rennsport gekommene gelernte KFZ-Mechaniker steuerte im Alter von 42
Jahren 1952 den "Ur-SL" W 194 und nahm an jedem der fünf Rennen teil,
bei denen der erste Nachkriegssportwagen der Stuttgarter Autoschmiede eingesetzt
wurde. Seinen spektakulärsten Sieg feierte der "Spätberufene"
(MotorKlassik) bei der Carrera Panamericana Mexiko im November 1952 - das
Rennen selbst und der legendäre Zwischenfall, bei dem ein großer
Vogel bei Renntempo in die Windschutzscheibe von Klings 300 SL krachte,
ist ein oft beschriebener Mythos geworden, und der anschließend mit
Gitterstäben vor der Frontscheibe gesicherte Flügeltürer
ein Monument des Automobilsports, heute im Mercedes-Benz-Museum zu bestaunen.
Nach dem Jahr des 300 SL folgte für Kling noch eine kurze Karriere
als Formel 1-Fahrer, ehe er als Nachfolger von Alfred Neubauer Mercedes-Rennleiter
wurde. Seinen Lebensabend verbrachte der gebürtige Gießener
in seinem Haus am Bodensee. |